Thema: Interessanter Lebenslauf
Frau Bischöfin Käßmann ist eine sehr interessante und wichtige Persönlichkeit. Dazu meine persönliche Meinung aus "weiblicher" Sicht.
Als ich die Nachricht hörte, dass die Evangelische Kirche in Deutschland erstmals von einer Frau geführt wird, war ich sehr erfreut. Dass es nicht nur mir so erging, zeigt die Tatsache, dass sie mit 132 von 142 Stimmen zur Ratsvorsitzenden gewählt wurde.
Frau Käßmann hat ein Buch veröffentlicht, in dem sie viel von sich erzählt. Es handelt von der "Mitte des Lebens", von Frauen um die 50, von gescheiterten Partnerschaften, von unvollendeten Karrieren und Kindern, die aus dem Haus gehen. Sie beschreibt u.a. die Erschöpfung einer vierfachen Mutter sowie den Schmerz der Scheidung.
Frau Käßmann aber hat gelernt, mit der Frage "Wie schafft die das?" zu leben - als junge Theologin, als Generalsekretärin des Kirchentages, als Bischöfin. Auf der Synode in Ulm hat sie nicht nur ihre "Fans" überzeugt, sondern auch fromme Synodalen. Weil es keinen echten Konkurrenten gab, aber auch, weil sie die beste Kandidatin für das Amt war.
Sehr beeindruckt hat mich letztens der Besuch in Afghanistan. Sie hat in ihrer Neujahrspredigt in Berlin den Aufghanistan-Einsatz der Bundeswehr kritisiert und gesagt: Das, was in Afghanistan geschieht, ist in keiner Weise zu rechtfertigen.
Sehr geehrte Frau Bischöfin, bitte machen Sie weiter so!
Herzliche Grüße von Lilli
(eingestellt am: 15.01.2010)
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3 Kommentare zum Beitrag
Diese Bitte, weiterzumachen, wie Lilli in ihrem Beitrag zum Lebenslauf von Frau Käßmann schrieb, haben noch am Tag ihres Rücktritts viele Menschen an die Bischöfin gerichtet. Jetzt, mehr als eine Woche später, bleiben das Bedauern und die Hochachtung vor ihrer Aufrichtigkeit und ihrem Mut. Schon seltsam, dass bisher niemand bei „Unsere Zeiten“ zu diesem Geschehen Stellung genommen hat. Vielleicht ging es vielen wie mir: Es passierte alles so schnell, dass ich zwischen Hoffen und Bangen nicht die richtigen Worte fand. Und hinterher schien alles schon gesagt zu sein.
Nun ist es still geworden. Schade, dass eine so großartige Persönlichkeit zurzeit in unserer Kirche verstummt ist. Ich hoffe, dass Frau Käßmann erst einmal zur Ruhe kommen kann und dass sie eine neue Aufgabe findet, in der sie ihre ganz besonderen Gaben einsetzt. Denn auf sie kann die Kirche auf keinen Fall verzichten.
Frau Käßmann hat in ihrer Neujahrsprdigt vor allem gefordert, mehr Fantasie für die friedliche Lösung von politischen Konflikten zu entwickeln. Dieses Anliegen ist in der Debatte um ihre Predigt leider untergegangen oder hämische als "naive Weltverbesserungstheorie" abqualifiziert worden. (Was ist übrigens so lächerlich daran, die Welt besser machen zu wollen??) Ich halte es für die wichtigste Aufgabe überhaupt, ernsthaft über friedliche Konfliktlösungsstrategien nachzudenken und sie umzusetzen. Das ist natürlich sehr viel schwieriger und für die Rüstungsindustrie weniger gewinnbringend, aber ist es nicht unendlich mehr der Mühe wert als nur immer und ewig Zerstören und Töten zur ultima ratio zu erklären?
Liebe Lilli/Karin,
Dein Beitrag zur Teilbiographie der Bischöfin finde ich gut gelungen, meine Anerkennung und ein Danke an euch beiden Frauen.
Auch unser Bundespräsident Köhler hat seine sehr positiv Meinung zum Beitrag der Bischöfin Käßmann dargelegt.
Jeder und ganz besonders die Christen dieser Welt sollten ihre Meinung diesbezüglich zum Ausdruck bringen und auch handeln dürfen.
Gute Worte gab es schon zur genüge und nun sind wirkungsvolle Taten angebracht, dazu wünsche ich sehr viel Erfolg !!!
Liebe Grüße
Bruno