Thema: MENSCH "Coaching"
Mascha Kaleko verdichtet das Spannungsverhältnis von notwendigem Vor-Sorgen und sich doch nicht Im-Sorgen-Verlieren-Müssen
Sage nicht: ‚Mein‘.
Es ist dir alles geliehen.
Lebe auf Zeit und sieh, wie wenig du brauchst.
Richte dich ein.
Und halte den Koffer bereit.
Es ist wahr, was sie sagen:
Was kommen muss, kommt.
Geh dem Leid nicht entgegen.
Und ist es da,
sieh ihm still ins Gesicht.
Es ist vergänglich wie Glück.
...
Feg deine Stube wohl
Und tausche den Gruß mit dem Nachbarn.
Flicke heiter den Zaun
Und auch die Glocke am Tor.
Die Wunde in dir halte wach
Unter dem Dach im Einstweilen.
Zerreiß deine Pläne. Sei klug
Und halte dich an Wunder.
Sie sind lang schon verzeichnet
Im großen Plan.
Jage die Ängste fort
Und die Angst vor den Ängsten.
Aus: Mascha Kaleko, Das himmelgraue Poesiealbum
Für mich ist das ein faszinierend nüchternes und doch zugleich gläubiges Gedicht!
Wie empfinden Sie das?
(eingestellt am: 04.10.2009)
Diesen Beitrag per E-Mail weiterempfehlen.
Empfehlung schreibenPortal aus und geben gern Rat?
Dann werden Sie Lotse.
Alles zum Mitmachen!
Erfahrungen teilen. Menschen kennenlernen, Füreinander da sein. Jetzt kostenlos anmelden und teilnehmen



1 Kommentar zum Beitrag
Die Dichterin Mascha Kaléko dürfte bereits über 70 Jahre sein. Leider sind ihre Gedichte in Deutschland wenig bekannt. Sie erinnert in ihrer Schreibweise an Kästner und Ringelnatz, obwohl in ihrem Stil alle Gefühlswelten und Empfingen - angefangen von Heiterheit und Ironie bis zu Schwermut und Weinen - vereint sind. Ihre Gedichte wirken zeitlos und wie in dem obigen Gedicht werden die immer wiederkehrenden Ängste widergespiegelt, die letztendlich nur Störfaktoren gegenüber des Wesentlichen sind.