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Thema: Trauer um die Eltern

Trauern - aber nicht zu sehr?


mari
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Wenn alte Eltern sterben, treffen trauernde Hinterbliebene oft auf wenig Verständnis und Anteilnahme.


Als meine Mutter vor einigen Jahren fast 85-jährig starb, ging die Familie ziemlich schnell zur Tagesordnung über. Von Freunden und Bekannten war häufig zu hören: "Sie hat ja ein schönes Alter erreicht." Was vermutlich als Trost gemeint war, hatte für mich den Beiklang: „Das ist der Lauf der Welt, alte Leute sterben eben irgendwann, darüber kommt man schneller hinweg.“ Wirklich? Sicher, an meinem Leben änderte sich nicht so viel wie etwa beim Verlust des Partners oder eines Kindes. Aber meine Trauer war trotzdem tief und schmerzlich.

Ich versuchte, dieser Trauer nachzuspüren und entdeckte mehrere „Schichten“: Schmerz über den Verlust, eine leere Stelle im Leben. Dazu kam das Gefühl, nun endgültig kein „Kind“ mehr zu sein, auch im tiefsten Inneren nicht. Das bedeutete aber auch, dass nun meine Geschwister und ich die älteste Generation in der Familie darstellen. Solange die Eltern oder ein Elternteil noch am Leben waren, hatte ich das Gefühl, als seien sie so etwas wie ein „Bollwerk“ gegen das eigene Alter und den Tod.

In Ratgeberliteratur für Trauernde, stellte ich fest, kommt das Thema Trauer um die alten Eltern nicht vor. Es gibt Hilfen für verwaiste Eltern, für Witwer und Witwen, für den Umgang mit trauernden Kindern. Alte Leute sterben eben irgendwann – braucht man darüber nicht viel Worte zu verlieren?
(eingestellt am: 20.07.2009)

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2 Kommentare zum Beitrag

Bruno Wehr
29.09.2009 (12:05 Uhr) Volle Zustimmung

Hallo mari,
auch ich empfinde diesen Artikel voll aus den Leben und auch aus meinem Herzen !!!
Da meine Eltern, Mutter mit 78 Jahren, Vater mit 80 Jahre, Brüder mit 72 und 82 Jahren bereits vor etwas längerer Zeit verstorben sind sowie meine Schwester im Mai diesen Jahres ebenfalls wie meine Mutter mit 78 Jahren verstorben ist, kann ich diesem Beitrag inhaltlich hier voll nachempfinden. Als ehemaliges jüngstes Familienmitglied, bin ich nun mit 72 Jahren der noch allein lebende, aus meiner Ursprungsfamilie...


stier43
27.09.2009 (20:31 Uhr) Worüber man spricht, das hilft allen

Ich empfinde diesen Artikel als wohltuend, wichtig und wertvoll:
Für mich selbst, der in den zurückliegenden Jahren auch von beiden alten Eltern Abschied
nehmen musste. Aber wohl auch für viele andere, die dadurch Mut bekommen könnten, ihre innere Trauer in Worte zu fassen und darüber auch mit Jüngeren in ein (auch für diese)
wichtiges Gespräch zu kommen. - Also: DANKE!


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