Thema: ETHIK und WIRTSCHAFT
Die immerwährende Diskussion über ethisches Handeln in Unternehmen ist aufgrund der momentanen Situation wieder stärker im Gespräch.
Verfolgt man seit Jahren aufmerksam die Meldungen der großen Aktiengesellschaften mit ihren Berichten über immer noch höhere, schwindelerregende, Gewinne und gleichzeitig die Bemühungen ein striktes Kostenmanagement zu installieren, zu oft waren hier der Abbau von Arbeitsplätzen im Vordergrund, müsste man zu dem Schluss kommen: Ethik und wirtschaftliches Handeln ist „Nie und Nimmer“ vereinbar!
Es muss festgehalten werden, dass die Unternehmen Gewinne erwirtschaften müssen um als Einheit auf Dauer existent zu bleiben. Und auch das vor einigen Jahren auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank von ihrem Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann verkündete Ziel einer 25%-ige Eigenkapitalrendite ist nachzuvollziehen. Wenn große Finanzinstitute aus anderen Ländern eine noch höhere Rendite erwirtschaften ist die Gefahr latent vorhanden, dass einheimische Kreditinstitute aufgekauft werden. Ein solches Szenario birgt sicherlich die Gefahr eines drastischen Personalabbaues in sich. So wies auch Josef Ackermann darauf hin, dass das Ziel nur mit einer entsprechenden Personalreduzierung zu erreichen sei.
M. E. darf bei der Diskussion über ethisches Handeln der Fokus, wenn sie auch noch so berechtigt ist, nicht nur auf den Mitarbeiterstamm reduziert werden. Wenn eine Finanzkrise derartigen Ausmaßes, die überwiegend von den Finanzinstituten verursacht wurde, und damit eine, nein nicht nur eine, sondern die meisten Volkswirtschaften an den Rand der Stabilität gebracht haben, so ist das unethisches Handeln im reinsten Sinne. Und wenn man jetzt, trotz der Unterstützung des Staates, hören muss, dass die Kreditinstitute in zunehmendem Maße nicht bereit sind Großunternehmen und den Mittelstand mit den erforderlichen Finanzierungen zu unterstützen, muss man sich mit den sich daraus ergebenden Folgen beschäftigen und die Frage stellen: Ist das ethisches Handeln?
Gott sei´s gedankt, dass es auch andere Beispiele gibt. Hierfür soll ein Artikel aus der „Augsburger Allgemeinen“ vom 12. Januar 2009 dienen (im Anhang).
Aber ist ethisches Handeln nur bei Unternehmen und Unternehmern einzufordern? Wie ist es denn um unser eigenes moralisches Handeln bestellt? So mag jeder selber mal sein Handeln im privaten Bereich oder im Berufsleben hinterfragen, ob er immer moralisches Tun an den Tag legt. Zumindest im beruflichen Bereich muss klar sein, dass man ein Teil eines Ganzen ist, das die Unternehmenskultur beeinflusst. Und die Unternehmensethik ist hiervon ein nicht unwesentlicher Teil.
(eingestellt am: 23.04.2009)
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1 Kommentar zum Beitrag
Ethik in einem Unternehmen darf nicht als ein Mittel zur Reparatur bei Korruption etc. begriffen werden. Ethik ist meiner Meinung nach die moralische Verantwortung für weltweite Standards bezogen auf Recht, Arbeit, Umwelt und Sozialer Stand. Das schafft Identität und Ansehen sowie den Aufbau und Ausbau eines Wertemanagementes das Leitbilder mit neuen Attributen belegt.