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Thema: Im Alter Versöhnung finden

Glück und Gebrechen


bpechmann
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Manche Dinge schließen einander aus: Ich kann nicht hier und gleichzeitig an einem anderen Ort dieser Welt sein. Aber: Ich kann im Bett liegen und im Traum zu spät kommen und dabei noch nicht einmal richtig angezogen sein. Wenn ich erwache, bin ich froh: Was ich gerade erlebt habe, war ja „bloß“ ein Traum...

Manches bleibt kein Traum, aus dem es ein erleichtertes Erwachen gibt: Ein Verkehrsunfall kann ein einschneidendes Ereignis in einer Biografie sein. Menschen, die sich einmal sehr nahe gekommen und zusammen geblieben sind, können sich eines Tages doch wieder trennen. Und meistens bleibt einer/eine eine Zeit lang mit einem gebrochenen Herzen zurück. Menschen, die älter und alt werden, tauschen mehr und mehr bestimmte Erfahrungen aus: Man redet dann über Krankheiten, Gebrechen und Todesfälle.

Auf unserem Lebensweg werden wir immer wieder mit der manchmal harten Realität des Lebens konfrontiert. Viele könnten dazu, glaube ich, Geschichten erzählen – ihre eigenen Geschichten. Und es gibt wohl keinen menschlichen Lebensweg, der frei von Brüchen wäre. Im Alter stellen sich auch noch Gebrechen ein, die man mehr oder weniger geduldig erträgt, oder gegen die man ankämpft. Selbst unser Erkennen ist von einer eigenartigen Gebrochenheiten geprägt: Ich kann nicht erkennen, dass ich im Bett liege und im Traum hinter dem Bus herlaufe und zu spät komme... Immerhin wird mir hinterher klarer, was mit mir passiert ist: Ich habe geträumt. Es ist aber auch irgendetwas mit mir: Der Traum des Zu-spät-Kommens gibt mir einen Wink. Was für einen Wink geben mir die Brüche meines Lebens und erst recht meine zunehmenden Gebrechen?

Vielleicht entdecke ich als erstes: Ich bin anders als die anderen. Es gibt Menschen, die sagen von sich, es sei bei ihnen immer alles glatt gelaufen. Manchmal fällt es mir schwer, das zu glauben – aber vielleicht ist es ja tatsächlich so. Bei mir ist es jedenfalls anders. Ein Sprichwort aus Portugal fällt mir dazu ein: Gott schreibt auch auf krummem Wege gerade! Menschen haben in ihrem Glauben die tiefe Erfahrung gemacht, dass Gottes Lebenskraft ihnen über die Brüche in ihrem Leben hinweg geholfen hat.

Und das Zweite? Mit dem Zweiten kann man auch das Glück im Gebrechen erkennen! Für manche Menschen ist ein gebrechlicher Mensch nicht nur ein körperlich eingeschränkter, sondern auch in seinen Empfindungen beeinträchtigter Mensch. Dabei bin ich mehr als mein Leib, der nicht mehr so richtig funktioniert. Ich bin auch mehr als mein Augenlicht und mehr als mein Hörvermögen. Manchmal bin ich dankbar für das viele, das gut gegangen ist in meinem Leben, durch Gottes hilfreiche Kräfte. Manchmal genieße ich den Frieden um mich herum. Und es erleichtert mich unglaublich, wenn ich die Hilfe bekomme, die ich brauche.
Manchmal bin ich – glücklich und selig.
(eingestellt am: 17.12.2008)

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