Thema: Leben mit dem Kirchenjahr
Wo Texte und Hören seinen Platz gefunden haben.
In unserem Haus stehen einige Zimmer fast leer. Die Kinder sind erwachsen, sie kommen zu Besuch. Der Tagesrhythmus von uns Eheleuten hat sich geändert. Das Frühstück wurde zum festen Ritual, es blieb als einzige regelmäßige, gemeinsame Mahlzeit. Und wir lesen vor dem Frühstück aus Büchern mit Gebeten oder Gedichten, mit Bibeltexten oder Prosa, jeden Tag. Auch im Urlaub, dann nehmen wir eine ausreichende Zahl an Kopien mit auf die Reise. Für dieses Ritual können wir auch, wenn es sein muss, eine halbe Stunde eher aufstehen.
Jetzt zum Ende des Kirchenjahres kommt auch eine Kerze dazu, sie wird bleiben bis in das neue Kirchenjahr hinein. Wir nehmen diesen Morgen täglich als geschenkte Zeit an. Manchmal schweigen wir über den Texten, manchmal ergänzen wir sie mit Antworten oder Fragen.
Unser größter Wunsch: Wir wollen nicht bei uns bleiben, wir wollen neu auf lebendige Texte, auf Menschen zugehen mit unserem Hören und Staunen.
(eingestellt am: 16.11.2010)
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